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Ein überraschend positiver Selbstversuch

„Ein Auto im Haushalt genügt doch?“ Mit dieser Frage beschäftigen sich derzeit wohl einige Familien. Wir seit kurzem auch. Und ja, unser Fazit gleich vorweg: Carsharing kann für dieses Vorhaben wirklich gute Dienste leisten!

Meistens wäre ein Auto ausreichend. Wenn da nicht diese besonderen Momente wären – ein kurzfristiger Geschäftstermin in Lauterach, oder ein krankes Kind, das dringend zum Arzt muss etwa. All jene Momente eben, die man nicht vorab planen kann. Als Gewohnheitstier kommt man da schnell in´s straucheln.

In der eigenen Gemeinde

Seit geraumer Zeit gibt es richtig gute Möglichkeiten ein Auto kurz(fristig) auszuleihen. Das nennt sich dann Carsharing, „Autos teilen“ oder „Fahrgemeinschaft“ zu Deutsch. So wie mit dem Vorarlberger Unternehmen Caruso, das dafür Elektroautos einsetzt – was noch dazu ja richtig umweltbewusst soll.

Kurz zu Caruso, wer das noch nicht kennt: Um den Kummenberg und in vielen weiteren Gemeinden Österreichs sind die Renault Zoe Elektroflitzer über dieses Carsharing-Programm verfügbar. Meistens sind die Gemeinden hier die Träger und verwenden die Autos im eigenen Fuhrpark. Ausserhalb der Geschäftszeiten sind die Autos auch für Privatpersonen verfügbar, je nach Gemeinde aber sogar unter der Woche.

Vergangenes Wochenende hatte ich den Caruso Zoe der Gemeinde Koblach getestet. Eigentlich nicht nur ich, unsere ganze Familie saß im Auto drinnen. Ganz besonders freute sich Calvin, unser familieneigener Elektroauto-Fan. 🙂

Nachdem wir uns zuvor schon in Hohenems am Bahnhof für Caruso angemeldet hatten, ging der Leihvorgang unkompliziert und schnell:

Die erste Ausfahrt

Von zuhause aus buchten wir den Zoe. Kurzentschlossen, nach dem Motto „jetzt brauch ich es“. Dafür gibt Caruso online einen guten Überblick über alle verfügbaren Fahrzeuge. Also gleich den Koblacher Zoe buchen und los geht´s.

Fahrt mit dem Caruso Zoe - Sicht aus dem Cockpit
Der Koblacher Caruso fährt sich toll.

Nach der Anfahrt mit Trittroller, neudeutsch Scooter, suchten wir gleich „unseren“ Zoe. Wir fanden das Auto, nach kurzer Suche in der Tiefgarage, vor der dezidierten Elektro-Zapfsäule geparkt. (Anmerkung: Ein kleiner Text im Buchungssystem wo denn die Autos genau zu finden sind, wäre hier hilfreich.)

Mit der Caruso Scheckkarte ließ sich das Auto problemlos aufsperren und nach kurzer Suche fanden wir auch den Autoschlüssel zum Starten. Eine kurze Eingewöhnungszeit später fuhren wir den Rest der Familie abholen.

Das erste Mal losfahren ist gleichzeitig ein tolles wie unheimliches Gefühl.
Kein Brummeln aus dem Motorraum, kein Standgas, keine Vibrationen – nichts. Praktisch geräuschlos fährt das Ding los. Faszinierend. Ein Elektroauto eben.
Zudem noch erstaunlich kraftvoll, selbst mit den vergleichsweise mickrigen 30 kW. Dafür vom Stand weg mit der vollen Leistung. Toll!

Während der Fahrt vermisst man eigentlich auch nichts. Tankkarte, Radio und sogar einen Tempomaten – der kleine Spucker hat alles, was nötig ist.

Schade war nur, dass der Zoe nicht an der Zapfsäule gehangen hatte. Der Ladestand war daher gerade mal 71%, was „für´s erste Mal“ zu viel Unsicherheit für den geplanten Ausflug nach Bregenz war.
Gewiss auch nur eine Gewöhnungssache.  

Auch ich hatte anfänglich meine Schwierigkeiten den Ladestecker ordnungsgemäß einrasten zu lassen. Für eine erste Spritztour rund um den Kummenberg reichte es vollends, und das nächste Mal klappt das tanken dafür auf Anhieb.

Elektromobilität forever?

Haben wir mit dem Elektroauto die Lösung für die Klimaprobleme?
Ich denke nicht. Dafür ist immer noch zu viel Auto drum herum, viele Teile die nur selten gebraucht werden. Ein Carsharing wie Caruso hilft da schon mehr, angefangen bei den gesparten Ressourcen.

Keine Frage, das Angebot von Caruso ist gut. Und es wird noch besser, je mehr Personen es nutzen. Wie immer bei einer Veränderung gilt: Erst wenn sich Viele daran beteiligen, hat es Bestand. Zudem macht es wirklich Spaß, mal ein ganz anderes Fahren kennenzulernen.

Der Caruso vor unserer Haustüre.
So unsinnig der Kauf eines Elektroautos aus Umweltgründen sein mag, so vernünftig ist ein Carsharing Programm wie Caruso.

Mein Fazit zu Caruso

Der Leihvorgang ist ebenso problemlos wie die Fahrt an sich. Das Auto ist recht sauber und in sehr gutem Zustand. Wir könnten damit gut auf ein Auto verzichten, noch dazu ohne große Komforteinbußen.

Schade ist nur, dass die Gemeinde Koblach derzeit den Zoe von Montag Früh bis Freitag Abend durchgehend blockiert. Gerade am Wochenende genügt unserer Familie aber ein Auto sowieso, unter der Woche jedoch wäre eine zweites oft praktisch. (Als gelegentliches Geschäftsauto würde ich es gerne auch für abstraqt Werbung einsetzen – und dadurch ein zu 98% stehendes Auto einsparen.)

So bleibt nur zu hoffen, dass diese Dauerbuchung der Gemeinde noch geändert wird, dann steht einem glücklichen Caruso-User mehr nichts mehr im Weg 😊

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